LAZISELazise ist ein echtes Ferienparadies. Es liegt am südöstlichen Teil des Gardasees, dort wo der See am breitesten ist, und etwa 23 km von Verona entfernt. Das Gemeindegebiet umfasst einen lang gezogenen Küstenstreifen, sowie ein ausgedehntes Hinterland aus Moränenhügeln, die sich zwischen Oliven- und Weinanbaugebieten sowie Zypressenhainen zum Gardasee hin erstrecken.
Das verkehrsfreie, mittelalterliche Städtchen mit über 5000 Einwohnern ist von zinngekrönten Mauern und Türmen umgeben. Der Name des Ortes leitet sich aus dem lateinischen „laceses“ ab, (lacus = See) und bedeutet übersetzt Ortschaft am See. Am kleinen Hafenbecken und der wunderschönen Uferpromenade gibt es phantastische Restaurants und jede Menge Bars und Kaffeestuben. Die Ortschaft bietet außerdem zahllose Boutiquen und Kunsthandwerksgeschäfte. Im Frühjahr und Sommer findet jeden Mittwoch ein großer Wochenmarkt statt.
Das Gebiet ermöglicht, außer den traditionellen Wassersportarten, auch Spaziergänge zu Fuß, Ausflüge mit dem Fahrrad oder zu Pferd, wobei sich die wunderschöne Aussicht genießen lässt.
Gardaland und Canevaworld, zwei wenige Kilometer entfernt gelegene Freizeitparks, bieten ebenfalls jede Menge an Unterhaltung und Vergnügen.
Die beiden Vororte von Lazise, Colà im Hinterland und Pacengo am See gelegen, sind nur wenige Kilometer entfernt.
Der südliche Gardasee hat ein besonders mildes, angenehmes Klima, das sogenannte Mikroklima, das sehr geschätzt ist.
Geschichte
Die Ursprünge Lazises verlieren sich im Neolithikum, der Jungsteinzeit (3-4000 vor Chr.), wie Pfahlbauten auf dem See zeigen. Es gibt zahlreiche Fundstellen von Werkzeugen und Plastersteinen, die heute im Naturkundemuseum in Verona besichtigt werden können. Ab dem 2. Jahrhundert vor Christus stand Lazise unter römischem Einfluss. Das alte Lasitium wurde zum römischen Dorf und Marktzentrum. Zwischen 888 und 961, während des ersten Königreichs unter Kaiser Berengar I und Kaiser Berengar II stand die „freie Stadt“ unter direkter Kaiserkontrolle und war keinem Landesherren unterworfen.
Otto II von Sachsen, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, erwähnt Lazise in einem Dokument aus dem Jahre 983, in dem Privilegien und die Rechte der Fischerei und des Wegzolles vergeben werden. Lazise wird von ihm zur „ersten freien Gemeinde“ Italiens ernannt, mit dem Recht Versammlungen zu organisieren und Befestigungen vorzunehmen.
Im Jahre 1014 gibt Heinrich der II das Gebiet als Lehen an Antonio Bevilacqua ab, der Lazise mit Mauern und Gräben umgürtet und eine Burg bauen lässt.
Nach der Zeit der Völkerwanderungen (Ostgoten, Langobarden und Franken) fällt das Gebiet 1277 unter die Herrschaft der Scaliger, der Herren Veronas, die die Burg erweitern und einen militärischen und strategischen Vorposten aus ihr machen, sowie zur Verteidigung der Stadt ein Waffenlager, das Zollhaus, errichten.
1387 fällt Lazise unter die Herrschaft der Visconti aus Mailand, aus deren Zeit die imposante, zinngekrönte Stadtmauer stammt, die das Stadtbild von Lazise prägt. Nach einer kurzen Herrschaft der Visconti kommt der Ort 1441 wieder an die Republik Venedig, die die alten Rechte und Privilegien neu bestätigt.
Von 1405 bis 1797 gehört das Gebiet fast ununterbrochen zur Republik Venetien. Diese setzt einen Seekapitän ein, der das Hafenbecken bauen lässt und eine Schiffsflotte anlegt.
Während des Krieges der Liga der Cambrai (1509) gegen die Republik Venetien, verließ der Statthalter Venedigs, Zaccaria Loredan, das Gebiet, setzte jedoch die Burg und alle Galeeren in Brand, um zu verhindern, dass sie dem Feind in die Hand fielen. Eine dieser Galeeren liegt auf dem Grund des Sees etwa 500 m vor Lazise. Nach Beendigung des Krieges kommt Lazise 1517 wieder zu Venedig.
Napoleon Bonaparte proklamiert nach seinen Siegen im oberitalienischen Feldzug 1797 die Cisalpinische Republik, die auch das Gebiet von Verona umfasste.
Nach dem Wiener Kongress 1815 wird Lazise dem lombardisch-venetischen Reich angegliedert und untersteht somit der Führung Österreichs. In den Hügeln zwischen Pastrengo, Rivoli und Peschiera kann man noch gut erhaltene österreichischen Festungen sehen. Am 28. April 1848 findet in Pacengo, einem Ortsteil von Lazise, ein Gefecht zwischen der piemontesischen Brigade und den österreichischen Truppen statt, die sich nach der Niederlage zum Rückzug gezwungen sehen. Nach dem 3. Befreiungskrieg gehört Lazise wieder zum Italienischen Königsreich und anschließend zur Republik Italien.
Kultur und Kunstgeschichte
Aus dem Mittelalter stammen das romanische Kirchlein San Nicolò (13. Jhdt.) mit Fresken aus dem 14. Jhdt., das direkt am kleinen Hafen von Lazise liegt, daneben das venezianische Zollgebäude (Dogana) aus dem 14. Jhdt., die Scaligerburg mit ihren zinngekrönten Türmen und dem wuchtigen Mittelturm und die wehrhaften Stadtmauern, die den Ort einschließen. Weiterhin erwähnenswert ist die herrschaftliche Villa Bernini-Buri, deren Garten die Scaligerburg umfasst, die schöne Pfarrkirche, die den Schutzheiligen San Zeno und San Martino geweiht und in klassischem Stil gehalten ist, die Villa Pergolana am Ende der Uferpromenade in Richtung Cisano aus dem 18. Jhdt. im Renaissancestil, zu deren Gelände auch die kleine Kirche Santa Maria delle Grazie aus dem 15. Jhdt. gehört. Sie beherbergt eine Altartafel der „Verkündigung“ des Veroneser Malers Felice Brusasorci (1546-1605).
Die Scaligerburg
Der Bau des Kastells wird auf das 11. Jhdt. zurückgeführt. Im Jahre 1014 übergibt Heinrich der II das Gebiet als Lehen dem Gouverneur des Sees, Antonio Bevilacqua (Wassertrinker genannt, weil er nie dem Wein zusprach), welcher Lazise mit Mauern und Gräben umgürtet und eine Burg bauen lässt.
Nach einer Reihe kriegerischer Auseinandersetzungen wird das Kastell von Cansignorio Della Scala zwischen dem 13. und 14. Jhdt. zur Bewachung des Südostufers des Gardasees wiederaufgebaut. Im 15. Jhdt. wird es im Krieg zwischen den Visconti und den Venezianern bombardiert und von der Scaliger Familie erneut renoviert. Nach dem Wiener Kongress geht es 1815 auf die Österreicher über. 1880 wird es von dem Grafen Gian Battista Buri gekauft. Fünf Türme und ein hohes Hauptgebäude verteidigen die Mauern der alten Burg, die man heute im Park der Villa Bernini-Buri sehr gut erhalten antreffen kann.
Die Stadtmauer
Sie hat 6 Schutztürme und 3 Eingangstore und umgibt die gesamte Altstadt. Das südliche Tor Porta Lion (Löwentor) wird auf Grund des eingemauerten Steinwappens, das den Löwen des Hl. Markus darstellt, so genannt. Das östliche Tor, Porta San Zeno, ist das Haupteingangstor und geht auf die Gardesana, die Hauptstrasse längs der Seeorte. Es wird von einem Mosaik geziert, das den Hl. Zeno darstellt. Auf dem nördlichen Tor, Porta Cansignorio steht das Datum der Restaurierung Mai 1376 eingraviert.
Die Venezianische Dogana
das Zollhaus – Schiffshaus steht direkt am kleinen Hafen, neben der kleinen Kirche San Nicolò. Es misst etwa 43 x 23 Meter und ist 10 Meter hoch. Das Gebäude wurde im 13. Jhdt. von den Scaligern zum Schutz ihrer Flotte gebaut. Auch die Venezianer bewahrten hier in Friedenszeiten ihre Galeeren auf und in Kriegszeiten stießen sie von dort ins Wasser. Es war außerdem ein Arsenal, das für die Instandhaltung und den Bau von Seeflotten diente. Unter der Herrschaft von Venedig wurde es in eine Fabrik umgewandelt, die der Herstellung von Salpeter, bzw. Schießpulver diente, nachdem die Flotte nach Peschiera verlegt worden war.
Ab 1607 wird es zum Zollhaus: ein Zollamt für alle Waren im Handelsverkehr zwischen Venedig und der Lombardei.
Im 19. Jhdt. wird es als Baumwollspinnerei benutzt und anschließend als Sitz der faschistischen Partei. Heutzutage finden hier Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt.
San Nicolò
Das romanische Kirchlein aus dem 13. Jahrhundert ist San Nicolò geweiht, dem Schutzpatron der Seefahrer. An der äußeren Nordwand trägt die Kirche ein Fresko aus dem 14. Jhdt. der Madonna in byzantinischer Aufmachung mit Kind auf dem Thron. Im Inneren der Kirche kann man ein weiteres Fresko der „stillenden Madonna auf dem Thron“ aus dem 14. Jhdt. bewundern. Die Kirche wurde zeitweise entweiht und unter anderem als Lager für Fischnetze, Theater, Kaserne und Sitz einer Brüderschaft benutzt. 1953 ist die Kirche restauriert worden und seitdem wieder eine Kultstätte und Gedenkstätte für Kriegsgefallene.
Mondragon
Etwa 1 km von Lazise entfernt liegt Mondragon. Die Gegend wurde schon zu römischer Zeit bewohnt. Ein Beweis hierfür sind Scherben, Gräber und Münzen aus der Kaiserzeit. Einst war es ein kleines Lehen, das 1409 von der Republik Venedig an die „freie Gemeinde“ Lazise verschenkt wurde.
In Sagen wird von einem Drachen erzählt, der hier gewütet haben soll, daher der Name „Monte del drago“ (Berg des Drachens).
Pacengo
ist ein Vorort der Gemeinde Lazise. Der Name wird auf langobardische Zeiten zurückgeführt. Im Raum von Pacengo und in seinem Hafen sind Reste prähistorischer Pfahlbauten entdeckt worden. In der Umgebung kamen außerdem Reste römischer Bauten ans Licht. Unter der Republik von Venedig wurde Pacengo eine Freie Gemeinde. Zu Lazise gehört es seit 1811.
Die heutige Pfarrkirche wurde Ende des 17. Jhdt. auf der vorher dort befindlichen Kirche errichtet. Die Innenausstattung ist von Pio Piatti (1792) ausgeführt worden. In der Sakristei wird eine „Taufe Jesus“ von Marcantonio Bassetti gezeigt. Der Hochaltar aus Marmor und zwei Engel wurden 1795 von den Veroneser Bildhauern Zoppi und Spiazzi geschaffen.
Colà
In Dokumenten aus dem 10. Jhdt. wurde der Vorort Colada genannt, ein Name lateinischen Ursprungs der bebaute Erde bedeutet.
In Colà, das im Hinterland liegt, befindet sich heute ein 13 Hektar großer, malerischer Park, Villa dei Cedri genannt, mit einem 5.000 m2 großen Thermalsee, der ca. 37° C heißes Wasser befördert. Der Thermalsee wird als Thermalbad benutzt. Das Wasser ist arm an Mineralien, bakteriologisch gereinigt und frei von Schadstoffen. Das Bad hat verschiedene Arten von Brunnen und Hydromassage-Becken.
Die Pfarrkirche von Colà ist dem Märtyrer und Schutzpatron Sankt Georg geweiht. Sie ist 1762 in neuklassischem Stil errichtet worden und hat den Platz der antiken Kapelle eingenommen, die in Dokumenten des 12. und 13. Jahrhunderts zitiert wird und der Madonna geweiht war. Die Kirche hat 5 Altäre mit einigen eindrucksvollen Altarbildern, unter diesen der Hl. Georg und die Gottesmutter, und das letzte Abendmahl von Ugolini.
Gastronomie
Fische des Sees (z.B. Karpfen, Felchen Forelle, Schleie, Sardinen), das Extravergine Olivenöl und Weine (vor allem der Bardolino, aber auch der Bianco di Custoza und der Lugana) sind die Basis der, für die Gardasee Riviera typischen Küche. Besonders berühmt ist der Risotto alla Tinca, ein sehr schmackhaftes Reisgericht auf Basis von Schleie. Die hiesigen Restaurants bieten Fleisch und Fisch auch vom Grill an, und viele köstliche Spezialitäten der italienischen Küche.
AUSKÜNFTE:
In fast jeder Ortschaft am See gibt es die von der Provinz eingerichteten Fremdenverkehrsämter IAT genannt (Informazione e Accoglienza Turistica), in denen Sie nützliche Hinweise einholen können: über Unterkünfte (Hotels, Campingplätze, Ferienanlagen, Appartements und Zimmervermietungen); Routen (historische und kulturelle Touren, Gourmettouren, naturkundliche- und Radtouristische-, Religiöse- und Museumstouren); Sport- & Wellness, Messen und Kongresse, Vergnügungsparks, Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten.
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